Das tolle Essen aus dem Smoker im BBQ Grill ist mir leider nicht so gut bekommen. Wahrscheinlich war es wieder einmal zu viel gewesen, denn ich konnte lange nicht einschlafen. Als ich dann erwachte, saß Thomas schon wieder am Computer und erledigte die tägliche Arbeit – wie praktisch für mich. Er konnte auch nicht mehr schlafen, und als er mit der Arbeit fertig war, haben wir gefrühstückt. Unsere Koffer hatten wir am Abend zuvor schon gepackt und so konnten wir, als unsere Kühlbox ihre Portion Eis bekommen hatte, auch gleich starten. Es war wieder einmal ein kühler Morgen (6:00 Uhr, 12 °C) doch das machte uns nichts aus, die nächsten zwei Stunden mindestens würden wir eh im Auto verbringen, heute ging es ja zum Grand Canyon. Ich durfte mal wieder fahren, was ich sehr gerne tat. Nein so ist es nicht, ich frage Thomas jeden Morgen, ob er fahren möchte. Meistens lehnt er ab, denn im Gegensatz zu mir, kann er während der Fahrt lesen, Arbeit erledigen, fotografieren und vieles mehr. Mir wird, wenn ich mich nicht auf die Strecke konzentriere, schlecht. Ich kann also nur dasitzen und nichts tun. Ich finde diese Arbeitsteilung okay 🙂

Die Fahrt zum Grand Canyon führte uns vorbei an Bergketten und einzelnen Bergen, so wie man sie aus dem Monument Valley kennt. Doch nach der halben Strecke änderte sich das und wir fuhren durch eher flaches bis hügeliges Gelände, dass immer bewaldeter wurde. Kurz nach 09:00 Uhr passierten wir den Eingang zum Grand Canyon Nationalpark und schon bald sahen wir am Straßenrand die ersten Elche. Meiner Meinung nach waren es Elchkühe.

Jetzt wo ich das schreibe, wird mir bewusst, dass ich gar nicht weiß ob Elche auch ihr Geweih abwerfen. Es ist schon auffällig, dass wir bisher immer nur Kühe gesichtet haben und dies bereits in großer Anzahl.

Nun dauerte es nicht mehr lange und wir hatten Desert View erreicht. Ein Spaziergang durch die kühle Morgenluft tat uns gut. Während uns bis zum Erreichen des Parks kaum Autos begegnet sind, überholt wurden wir so gut wie nie, waren hier Park doch schon eine ganze Menge Leute unterwegs. Waren es die Tage zuvor überwiegend Japaner, begegneten uns hier doch vermehrt französisch sprechende Personen – Kanadier oder Franzosen oder?

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Nach einer weiteren eher kurzen Fahrt erreichten wir den Parkplatz Raven 1. Sofort packten wir unsere Fotoausrüstung, bestehend aus einer Canon EOS 60D und zwei iPhones, Wasserflaschen und marschierten mit vielen anderen zusammen zum Mather Point. Wir hatten wieder unsere Jacken angezogen, denn obwohl wir strahlenden Sonnenschein hatten, war es kühl und ein bisschen windig. Für mich ist das unbeschreiblich, was wir auch hier wieder zu sehen bekamen. Die beigefügten Bilder können dies viel besser. Weiter ging es zum Visitor Center und nach kurzer Beratung stiegen wir in die blaue Buslinie und fuhren mit dieser zu ihrem westlichen Endpunkt. Dort stiegen wir in die rote Buslinie und verließen diese an der Haltestelle Monument Creek Vista. Diesen Teil des Canyons hatte ich schon einmal gesehen, vor mehr als 20 Jahren und vom Hubschrauber aus. Nun ging es zu Fuß an der Kante des Canyons entlang „zurück“ zum Mojave Point. Die Strecke ist zwar nur 3,4 km lang, wurde jedoch durch viele Fotostopps unterbrochen. An der Kante des Canyons entlang ist wirklich so gemeint, neben der Straße führt ein teils sandiger, teils steiniger Weg direkt an der Kante des Canyons entlang. Er ist gut begehbar und einige Stellen sind doch tatsächlich mit Geländer abgesichert. Einer wie ich, der nicht so gerne in die Tiefe blickt, hat trotzdem sehr oft ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Doch die Aussichten machten alles wieder wett.

Nach dieser Strecke hatten wir Hunger und so fuhren wir mit der roten und dann blauen Linie zum Market Plaza und verspeisten dort zusammen eine fast Wagenrad große Pizza. Danach wollten wir zu unserem Auto zurück, doch die mitgeführten technischen Geräte verweigerten dank fehlendem Netz ihren Dienst und auf der mitgeführten Karte war der Parkplatz nicht eingezeichnet. Wir marschierten los, wechselten immer wieder die Richtung, orientierten uns neu, besichtigten zwischendurch einen Campingplatz und fanden dann endlich unser Auto – und dieses auch mehr per Zufall.

Wir hatten, während wir die Pizza verspeisten, beschlossen, jetzt erst einmal unsere nur 15 Autominuten entfernte Unterbringung aufzusuchen und dann gegen Abend zum Sonnenuntergang wieder an den Canyonrand zu gehen.

Nach Bad bzw. Dusche, kurzem Schläfchen machten wir uns dann auf den Weg. Wer geglaubt hat, dass wir die Einzigen waren, die diese Idee hatten, wird bitter enttäuscht sein. Man konnte schon fast von Gedrängel sprechen und wieder kletterten die Leute auf ungesicherte Aussichtspunkte, dass man nicht hinschauen mochte. Der Sonnenuntergang war nicht spektakulär, doch er war schön. Aufgrund der riesigen Pizza gab es diesen Abend nur noch einen Burger von McD.

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