Unser Reisebeginn lag dieses Mal in der Sommerferienzeit in Deutschland. Dies lies sich leider nicht anders machen und das bekamen wir dann auch zu spüren. Das Angebot war geringer, da viele schon gebucht hatten und das, was noch frei war, war deutlich teurer.
Die Gründe der Verzögerung waren vielfältig. Die Corona-Pandemie gab es mit der Omikron-Variante immer noch, Russland ist Anfang des Jahres in die Ukraine einmarschiert und es herrschte dort immer noch Krieg, Thomas Vater ist gesundheitlich sowie geistig nicht mehr ganz auf der Höhe und Thomas Mutter hat für ihren Knie OP keinen anderen Termin bekommen. Nun, was solls, wir können es uns ja einrichten.
Also kaum hatten Thomas Eltern wieder ihren normaler Tagesablauf, mussten sie sich wegen unserer Abwesenheit um unsere drei Katzen Erich (17), Robert (8) und Simone (8) kümmern.

Am Schreibtisch zu Hause hatten wir für unsere Radtour eine 10-Seen-Tour durch Kärnten herausgesucht. Die war am Stück geplant, also Gepäck ans Rad und los. Ich wollte aber, dass wir uns einige Tage irgendwo einmieten und von da aus immer Tagestouren machen. Also lies sich diese Tour so nicht umsetzen, da an den Übernachtungsorten keine Unterbringung zu bekommen war, die einigermaßen zu unserem Geldbeutel passte.

Thomas fand zu Hause noch eine Unterbringung in Tröpolach⁩ (Kärnten), die Arena Franz Ferdinand Nassfeld und ruckzuck waren die Koffer gepackt, die Fahrräder aufgeladen, die Eltern informiert und dann saßen wir im Auto Richtung Österreich. Dieses Jahr hatten wir einen heißen Sommer und die südlichen Länder in Europa litten besonders darunter. Bei uns gab es jedoch immer wieder Regenperioden, doch der Wettergott versprach uns für unseren Urlaub hauptsächlich Sonnenschein.

In unserem Hotel durften wir unsere Fahrräder mit auf das Zimmer nehmen. Eine Besonderheit, die wir so bisher noch nie erlebt haben. Der Vorraum für die Fahrräder war großzügig, selbstverständlich gab es hier auch Steckdosen für das Aufladen der E-Bikes. Er war von den Sanitätsräumen abgezogen worden, die damit ungewöhnlich klein ausfielen. Das Hotel war mit Fahrstuhl und Treppenhaus sowie den Fluren sehr großzügig gestaltet, da hätte es sicherlich eine bessere Lösung für die Fahrräder gegeben.

Unsere erste Tour am nächsten Morgen ging entlang des Flusses Gail. Wir radelten erst ein Stück flussabwärts und dann in die entgegengesetzte Richtung. Leider gab es nicht immer einen Radweg, doch die Strecke ist schön. Der Fluss selbst führte nicht sehr viel Wasser und die Zuflüsse, die wir entdeckten, waren alle trocken. Es kann sich bei diesen Zuflüssen aber auch um Abflüsse für das Schneeschmelzwasser gehandelt haben.

Am nächsten Tag ging es mit dem Auto weiter nach Klagenfurt. Der Wörthersee war somit der erste See auf unserer Reise. Wir hatten einen Zwischenstopp in eingeplant. Wir wollten mit den Rädern den westlichen Teil des Wörthersees erkunden, doch wir fanden keinen kostenfreien Parkplatz und so stellten wir den Wagen weit außerhalb ab. Es war gar nicht einfach, an das Seeufer heranzukommen, da dieses sich hauptsächlich in Privatbesitz befindet. Der Fahrradweg führt dementsprechend mit größerem Abstand um den See, doch ab und zu konnten wir ihn und seine Inseln entdecken.

Mitten in der Altstadt von Klagenfurt hatte Thomas das Select Hotel Moser Verdino Klagenfurt gefunden und gleich vier Übernachtungen gebucht. Die Räder konnten wir in einem Keller verwahren, doch leider gab es dort keinen Stromanschluss. Auch der Wagen wurde in einem Parkhaus in der Nähe untergebracht. Dadurch, dass es in der Altstadt nur Einbahnstraßen gab, war es nicht einfach dorthin zu gelangen, doch der Fußweg zu Hotel war wirklich um zwei Ecken. Während unseres Aufenthaltes fand ein Altstadtfest statt, welches wir nach unseren Ausflügen genossen.

Als Erstes hatten wir uns eine Tour um den Wörthersee herausgesucht. Die hatte auch einige Höhenmeter und die Strecke zum Pyramidenkogel war eher für Mountainbikes als für unsere Tourenbikes geeignet. Oben angekommen entdeckte ich die Straße, mit der die vielen Autos den Berg erklommen hatten. Klar, dass wir für die Abfahrt lieber die Asphaltstrecke als den schmalen Schotterweg nutzten. Leider kamen dadurch ein ganzes Stück vom See weg. Es war jedoch fast genau der Teil, den wir am Tag zuvor schon erkundet hatten. Auch auf dieser Tour war leider nicht immer ein Fahrradweg vorhanden und den See selbst bekamen wir nur ab und an zu Gesicht. Noch seltener gelangten wir an sein Ufer, öffentlicher Strand ist hier knapp.

Am darauffolgenden Tag erkundeten wir die Klagenfurter Innenstadt. Die Wetterfrösche hatten Regen vorausgesagt und so legten wir kurzfristig eine Pause ein. Überrascht waren wir, wie die Verantwortlichen das mit der Renovierung der Häuser in der Innenstadt hinbekommen haben. An so vielen Häusern ist noch Stuck vorhanden und die Fassaden in einem guten bis sehr guten Zustand. Noch faszinierender für mich war es, dass auch die alte Geschäftsstruktur bewahrt wurde. Wir konnten keine modernen Bauten mit den üblichen Kaufhausketten entdecken. Inzwischen selten geworden Markennamen prangten da noch über dem Schaufenster oder der Eingangstür. Es war wirklich ein Vergnügen, durch die Gassen und Straßen zu schlendern und hier und da auch mal eine „Abkürzung“ zu entdecken, die über einen Hinterhof zu einem weiteren Platz oder Parallelstraße führte. Die Wetterfrösche hatten zumindest an diesem Tag nicht recht behalten, morgens war es zwar bedeckt, aber ab Mittag wurde es wieder ein schöner sonniger Tag. Darüber waren nicht nur die dankbar, die für das anstehende Altstadtfest ihre Stände aufbauen mussten.

Staumauer – Drau bei Rottenstein Runde von Klagenfurt Süd

Grazer Süden

Grazer Norden

Grazer Umland

Neusiedler See Radweg mit Seeüberquerung

Lackenradweg

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