Auch dieses Mal habe ich mir den neuen Aufenthaltsort gewünscht. Es war eine ganz spontane Entscheidung, denn im Internet war nicht viel über den Ort herauszubekommen. Mich reizte die Halbinsel und deren Name: Baja California Sur. Weniger womit für diese Gegend hauptsächlich geworben wird. Zitat Wikipedia: „Ökotourismus ist eine bedeutende Einnahmequelle, weil die Menschen kommen, um …“ Der Begriff klingt zwar gut, bedeutet aber nichts anderes, als dass die Touristen mit Booten weit hinaus aufs Meer gefahren werden, um dort vielleicht einen Blick auf Tiere zu werfen, die gerade hier lieber ungestört wären.

Mich hat der Ort aus einem andern Grund gereizt: wieder am Meer, erneut am Pazifik, lange Strandwanderungen und vielleicht auch ein Sprung ins Wasser. Stundenlang am Strand liegen ist nicht so unser Ding, aber eine Sitzfläche im Schatten ist sicherlich auch zu finden.

Der Flug nach La Paz gestaltete sich im Vorfeld schon etwas schwierig. Thomas versuchte, einen Rückflug von Guadalajara nach Mexiko City und von dort den Weiterflug nach La Paz zu vermeiden. Den Rückflug nach Mexiko City hatten wir schon gebucht. Heraus kam ein Hin- und Rückflug nach La Paz von Guadalajara aus. Noch nicht weiter schlimm. Aber in einer Woche werden wir von La Paz nach Guadalajara fliegen und von dort den inzwischen um eine Woche verlegten Rückflug nach Mexiko City nehmen. Ob der Ablauf klappt bei unterschiedlichen Fluggesellschaften werden wir sehen.

Abflugzeit nach La Paz war 12:50 Uhr, um 09:00 Uhr brachte uns ein Uber-Fahrer zum Flughafen Don Miguel Hidalgo y Castillo. Wir trafen kurz nach 10 Uhr dort ein. Also genügend Zeit zum Einchecken, wenn da nicht die riesige Schlange vor den Schaltern unserer Fluggesellschaft gewesen wäre. Wir hatten schon eine Weile angestanden, als eine junge Frau uns herausholte und Thomas zu Automaten führte, während ich mich außerhalb der Halle an eine noch längere Schlange anstellen durfte. So ist das, wenn man kein spanisch kann und die Frau, obwohl am Flughafen beschäftigt, sprach kein englisch.

Am Automaten gelang es Thomas, für uns noch zwei Sitzplätze am Notausgang zu sichern, während die Flughafenangestellte ohne Unterbrechung in Spanisch auf ihn einredete. Wir hatten fast die Schalterreihen erreicht, als wir erneut aufgefordert wurden, uns an einer anderen Schlange wieder hinten anzustellen, ausgerechnet an der selben, an der wir uns zuerst angestellt hatten. Doch dann war es geschafft, die Koffer waren aufgegeben. Wir gingen sofort zum Security-Check. Dort rechneten wir mit dem gleichen Andrang also weiteren Wartezeiten. Dem war jedoch nicht so.

Auf dem Weg zum weit entfernten Gate-A-Bereich kontrollierten wir immer wieder die Anzeigetafeln, um die genaue Gate-Nummer für unseren Flug herauszubekommen. Nur wenige Schritte vom Bereich A entfernt stand auf einer der Tafeln hinter unserer Flugnummer – D 36! Sicherheitshalber fragten wir das vorbeikommende Personal: Richtig, entscheidend für uns ist die Anzeige auf der Tafel und nicht der angekreuzte Eintrag auf dem Bordpass. D 36 war am anderen Ende des Flughafens, wo sonst. Dort angekommen war es schon nach 12:00 Uhr. Wir sanken in die Stühle und beobachteten „unser“ Gate. Plötzlich wurde dort für unsere Abflugzeit ein Flug nach Mexiko City angezeigt. Also schnell zur Anzeigetafel: Tatsächlich, unser Gate war jetzt D 33.

Von hier aus durften wir in dem ausgebuchten Flugzeug unsere Sitze einnehmen und landeten 105 Minuten später auf dem Flughafen Manuel Márquez de León in La Paz an. Am Flughafen übersah uns zu guter Letzt noch der bestellte Uber-Fahrer, und wir mussten die Stornierungsgebühren übernehmen. Für mehr als den dreifachen Preis brachte uns dann ein Taxi gut und sicher zu unserer Unterkunft.

Nachmittags machten wir einen Spaziergang zum nächsten Supermarkt und abends ging es dann in Richtung Strandpromenade. Unterwegs gab es Seafood. Thomas hatte einen gewaltigen Burrito, der für mindestens zwei gereicht hätte und mit Fisch und Garnelen gefüllt war. Ähnlich ging es mir mit meinen „Krabben-Cocktail“. Beides war aber sehr lecker. Gut gesättigt und müde schafften wir nur noch ein kurzes Stück an der Strandpromenade entlang.

Die nächsten Tage waren geprägt vom Karneval. Wir hatten es wieder gut erwischt: Von Donnerstag bis Mittwoch war Karneval in La Paz. Die Strandpromenade hat sich dafür in eine Fress- und Vergnügungsmeile verwandelt. Von 16:00 Uhr bis nach 01:00 Uhr wurden jeden Tag auf den vielen Bühnen Livemusik 🎸🎺und Tanz 💃 🕺🏻geboten.

Im Gegensatz zu mir fand Thomas auf der Meile immer etwas zu essen, mir kam das meiste suspekt vor. Zum Glück gab es in der Nähe noch weitere Lokale, besonders verwöhnt wurden wir z. B. im El Zarape Malecon. Zur Bestellung hinzugab es eine Vorspeise mit Nachos, Salat sowie scharfer und milder Soße und danach noch die Tagessuppe. Erst dann wurde das Hauptgericht serviert, bei mir drei Tacos mit Garnelen gefüllt. Verständlich dass wir danach unbedingt nach Hause mussten.

Am Samstag haben wir uns schon vormittags von einem Uber an den Strand am anderen Ende von La Paz bringen lassen. Mit einer so schön angelegten Strandpromenade hatten wir nicht gerechnet. Auf dem Weg zurück, begleiteten uns Ibis, Reiher, Pelikane, Fregattvögel ein Stück. Es gab natürlich noch mehr Wasservögel, nicht alle waren uns bekannt. Im Café DoceCuarenta belohnten wir uns mit Flat White ☕️und ich schrieb ein wenig an diesem Bericht..

Wir brauchten mehrere Anläufe, bis es uns gelang die Karneval-Parade anzuschauen. Eine Uber-Fahrerin hatte uns verraten, dass dieser Umzug an vier Tagen, von Samstag bis Dienstag stattfinden würde. Daran hatten wir unsere Zweifel, doch es war tatsächlich so. Um 17:00 Uhr sollte der Umzug starten.

Nach unserem Strandspaziergang am Samstag schafften wir es nur noch zum Abendessen. Am Sonntag hatten wir es ehr ruhig angehen lassen. Möglicherweise hatte Thomas am Sonntag zu viel Sonne abbekommen. Kurz von 17:00 Uhr hatten wir uns einen günstigen Platz ergattert und warteten mit den vielen anderen. Es war durch den kräftigen Wind sehr kühl geworden und als um 18:00 Uhr nichts von dem Umzug zu sehen war, verzogen wir uns ins Warme. Thomas hatte zum Abendessen ein Lokal gefunden, das Spare Ribs auf der Karte hatte. Das Essen war lecker, das Lokal verbesserungswürdig.

Am Montag war klar, dass sich Thomas erkältet hatte und so verbrachten wir die meiste Zeit in unseren Räumen. Gegen Mittag machten wir einen Spaziergang zur Strandpromenade und entdeckten dabei die Umzugswagen. Nach einer Kaffeepause im „KM-0“ ging es erst mal wieder heim.

Abends machten wir uns trotz Thomas stärker werdende Erkältung erneut auf den Weg zur Parade. Dieses Mal starten wir eine Stunde später. Der Andrang war nicht so groß wie am Tag zuvor und so fanden wir schnell ein günstiges Plätzchen und genossen die Parade.

Wie bei uns endet die Fasnacht am Dienstag. Doch Thomas ging es nicht so gut und so verließen wir nur noch das Zimmer, um irgendwo ein Abendessen einzunehmen. Die schnelle Wahl traf das Las Tres Virgenes, ein ganz besonderes Lokal.

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