Lutz verwöhnte uns erneut mit seinem reichhaltigen Frühstück. Doch dann verließen wir Plettenberg Bay in Richtung Oudtshoorn.

Oberhalb von Wilderness kommt man zu einem Aussichtspunkt, der den Namen „Map of Africa“ trägt. Diesen hatten wir uns als Stopp auf dem Weg nach Outsdoorn ausgesucht. Am Aussichtspunkt sieht man das schluchtartige, gewundene Tal des Kaaimans River. Tatsächlich ähnelt der Verlauf der Schlucht den Umrissen des südlichen Afrikas. Ein älteres Ehepaar harrte am Aussichtspunkt aus und erklärte den Besuchern, was es hier zu sehen gibt. Gegen einen kleinen Obolus hätte man auch eine extra aufgestellte Toilette benutzen können. Sie erklärten uns, dass das Wasser des Flusses vom Tanin der Bäume braun gefärbt ist und dass der Fluss genau in die andere Richtung fließt, als man von hier oben aus vermuten würde. Dann verwiesen die beiden noch auf einen Aussichtspunkt auf einer Wiese, bevor sie sich den nächsten Besuchern zuwendeten. Vom zweiten Aussichtspunkt hatten wir einen tollen Ausblick auf den Strand und den Indischen Ozean. Etliche Häuser waren hier sehr nah an den Strand gebaut und ich fragte mich, was die Eigentümer davon haben. Dass Wasser ist zum Baden meistens viel zu kalt und den Garten, kann man damit auch nicht gießen.  Ob die Häuser vermietet werden, konnte von hier oben nicht beantwortet werden.

Als wir weit nach Mittag auf unserem Weg eine Pause einlegten, lag der ausgesuchte Rastplatz direkt gegenüber einer Straußenfarm. Nach dem Genuss unseres Müslis ging ich mal rüber zu den Tieren, die neugierig über den Zaun schauten. Irgendeines davon erschreckte sich plötzlich und alle stoben davon und ich stand in einer dicken Staubwolke.

Der Weg zur Straußenfarm De Denne, auf der wir übernachtet haben

Wir hatten schon seit einiger Zeit die kühle Küste verlassen. Die Gegend, die wir jetzt durchfuhren, wurde kleine Karoo genannt. Sie liegt in der Provinz Westkap zwischen den Langebergen und den Outeniqua Bergen. Sie zieht sich von Ost nach West über eine Länge von 320 Kilometern hin. Ihr wüstenähnliche Bewuchs war uns schon vom Anfang unserer Reise bekannt, doch eine weitere Veränderung ließ uns noch mehr die Küste vermissen. Das Thermometer stieg stetig an, je näher wir Oudtshoorn kamen und erreichte dort 42 °C.

Für die nächsten zwei Übernachtungen sind wir auf der Straußenfarm De Denne untergebracht. Seit vier Generationen bewirtschaftet die deutschstämmige Familie Keller die Straußenfarm im Herzen der Kleinen Karoo. Von hier hat man Blick auf das Swartberg- und Oliphantgebirge. Unsere komfortable Unterbringung war auf 21 °C herunter gekühlt. Dies war genauso schockierend, wie zuvor das Verlassen des klimatisierten Autos. Am Abend wurden wir mit einem 300 Gramm Straußenfilet verwöhnt, geschmacklich besonders unterstützt durch Pumpkin und Karotten. So lecker hatte ich noch nie Straußenfleisch gegessen.

Für heute morgen haben wir eine Führung über die Straußenfarm gebucht. Wir besichtigten die Tiere in ihren Freigehegen, sahen die Brutkästen, von denen jeder 1000 Eier aufnimmt, durften 3 Wochen alte Küken halten und erwachsene Tiere mit Maiskörnern füttern. Derzeit befinden wir uns mitten in der dreimonatigen Ruhezeit. Das war auch der Grund. dass derzeit nur noch ein Brutkasten gefüllt war. 12 „verheiratete“ Straußenpaare gibt es hier und einen „Swingerklub“. Diesem verdanken die Farmer die gefüllten Brutkästen. Die Paare haben auch ihren eigenen Nachwuchs, doch zusätzlich können ihnen die in den Brutkästen geschlüpften Küken zur Aufzucht zugeteilt werden. Zum Abschluss der Führung wurde uns gezeigt, wie Staubwedel aus Straußenfedern hergestellt werden. Wie auch die Herstellung von vielen anderen Produkten, Federboa wird immer noch hauptsächlich nach Frankreich geliefert, ist dies größtenteils noch Handarbeit. Für die Herstellung der Staubwedel wird immer noch eine Maschine verwendet, die schon über 160 Jahre als ist.

Nach der Führung wagten wir eine Abkühlung in einem der Swimmingpools. Kaum aus dem Wasser fuhr mir ein kleinerer Hexenschuss ins Kreuz und machte weitere Unternehmung für heute zunichte.

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Unsere Route:

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