Vor zwei Tagen gegen Mittag brachte uns Thomas Vater zum Zug nach München und Thomas und ich saßen dann um 19:00 Uhr in einem Airbus 340-600 der Lufthansa auf dem Weg nach Kapstadt Südafrika. Dort ist jetzt Sommer und wir haben uns für unsere vier Wochen Urlaub nur den Süden von Südafrika vorgenommen. Auf den Flug mit der Lufthansa habe ich mich gefreut, nicht nur weil Thomas deutlich mehr für einen Direktflug ausgegeben hatte, sondern ich mit dem Namen Lufthansa ein mehr an Komfort verbinde. Der elfstündige Flug jedoch war für mich eine Katastrophe. In der Economyclass gab es sehr schmale Sitze. Und wenn man dann noch einen rücksichtslosen Mann neben sich hat, ist an Schlaf während des ganzen Fluges nicht zu denken. Dementsprechend gerädert kam ich um 8 Uhr in Kapstadt an. Thomas hatte keinen besseren Platz, doch sein Sitznachbar war rücksichtsvoller. Beide zu groß, um die Füße auszustrecken, arrangierten sich irgendwie. Nun denn, wir waren erst mal am Zielort und ausgerüstet mit Telefonkarten, Leihwagen und Wasser verließen wir ihn auch schon wieder in Richtung Paarl.

Die Rundreise durch den Süden von Südafrika haben wir uns von umfulana planen lassen und die hatten für unseren ersten Stopp ein Zimmer auf dem Weingut De Leeuwenhof Estate in Paarl reserviert. Ein Stopp auf dieser Reise bedeutet mindestens zwei Übernachtungen. Unsere Betreuerin namens Brinka von Umfulana hat uns eine Broschüre erstellt, in der die Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zum Stopp sowie vor Ort gelistet sind. Jetzt wo sich der Text „mit Leben füllte“ können wir die Investition richtig genießen.

Also auf dem Weg nach Paarl lag für uns zuerst der Neethlingshof. Das Weingut in Stellenbosch wurde 1692 von einem deutschen Emigranten gegründet und das Haupthaus von 1840 ist im klassischen kapholländischen Stil. Wir hätten dort gleich unsere ersten Weine probieren können, doch ich hatte wie bereits erwähnt 26 Stunden nicht geschlafen und hatte die Befürchtung, dass der Genuss von Alkohol mich den Tag nicht überstehen lässt. Den Weinen von diesem Weingut hofften wir, auf unserer Reise noch öfter zu begegnen. Wir schauten uns also nur das Weingut an

und fuhren dann weiter nach Stellenbosch. Benannt nach Ihrem Gründer, Simon von der Stellen, und dem Buschwerk, dass er bei der Gründung des Ortes roden musste, um dort Weinberge anzulegen. Uns gefiel das Städtchen. Nach einem kleinen Imbiss setzten wir unsere Fahrt nach Paarl fort und erreichten am späten Nachmittag das Weingut De Leeuwenhof Estate.

Die Besitzer empfahlen uns für das Abendessen das Restaurant Noop in Paarl, weil ihr eigener Koch erkrankt war. Wir haben dort wirklich fantastisch gegessen und ein tolles Glas Rotwein genossen. Es stimmte wirklich alles und so fielen wir nach einem erlebnisreichen Tag total geschafft ins Bett.

Für heute hatten wir uns schon zu Hause eine Fahrt mit der Franschhoek Wine Tram herausgesucht. Dafür ging es zuerst mit dem Taxi nach Franschhoek. Die Bimmelbahn im Tal von Franschhoek verkehrt auf einer 1904 eröffneten Bahnlinie und verbindet einige der ältesten und bekanntesten Weingüter Südafrikas.

Unsere Tour beinhaltete den Besuch von drei Weingüter gebucht. Rickety Bridge, benannt nach einer zerfallenen Holzbrücke, die dann in Stein wieder hergerichtet wurde, gehört nicht zu den berühmtesten Weingütern an der Weinstraße in Franschhoek, doch dieses historische Weingut mit einem modernen Weinkeller hat erlesene Weine wie zum Beispiel Chardonnay, Chenin, Cabernet Sauvignon, Pinotage und Shiraz.

Zu Beginn der Führung wurde uns einiges zur Geschichte Südafrikas erzählt, beginnend mit den portugiesischen Seefahrern, dann kamen die Holländer, die allem hier einen Namen gaben und die Franzosen bauten den Weinanbau aus. Nicht vergessen sollten wir die Engländer und die Apartheid. Dann wurde uns erzählt, dass es mindestens vier Jahre dauert, bis ein Weinstock, der gepfropft ist, das erste Mal trägt. Hier gibt es auch noch Weinstöcke, die mehr als 100 Jahre alt sind, mit zwar geringem aber dafür sehr geschmackvollem Ertrag. Nicht nur die Sonne und der Boden beeinflussen den Geschmack des Weines, sondern auch die Bäume, die zum Schutz der Reben angepflanzt wurden. Rosenstöcke am Rand der Reben sehen nicht nur toll aus, sondern sie signalisieren dem Winzer aufkommende Krankheiten, da sie früher als die Reben darauf reagieren.

Grande Provence Heritage Wine Estate präsentierte uns einen Rotwein, der durch schützende Eukalyptusbäume beeinflusst ist.

Auf dem letzten Weingut unserer Fahrt (La Bri) durften wir erfahren, wie harmonisch Wein zu Schokolade, Biltong oder türkischem Honig passen kann. Nicht unerwähnt bleiben sollte der tolle Ausblick – man blickt über die „Weinfelder“ und Weinberge hinüber zu den Wemmershoek Bergen.

Wieder zurück auf dem Leeuwenhof waren wir gerade noch hier um die Ecke in der Bar und wollten den Abend mit einem Glas Pinotage oder Merlot beschließen. Zu spät, der Kellner war bereits dabei alles abzuschließen. Also ging es wieder zurück auf die Terrasse vor unserem Zimmer. Wir hatten viel gesehen, doch eine Besichtigung dieses Weinguts haben wir vergessen.

Unsere Route von Kapstadt nach Paarl:

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