Es ist bereits der zweite Tag in dieser Stadt. Unsere Unterbringung, 67 Harrington Street, San Francisco, CA 94112, liegt weit entfernt vom Zentrum im Stadtteil Excelsior. Wir haben uns heute morgen in den Bus gesetzt und sind ins Finanzviertel Down Town gefahren, der Buss brauchte fast eine Stunde für diese Strecke, und haben uns dort in einem Café mit Workspace einen Arbeitsplatz gesucht, um ein wenig zu arbeiten. Heute ist Sonntag und somit sind nur Routinearbeiten zu erledigen. Während Thomas noch fleißig ist, nutze ich die Gelegenheit, schon einmal ein bisschen über diese berühmte Stadt zu berichten. Ich bin zum zweiten Mal hier und die Eindrücke sind völlig anders. Doch beginne ich von vorn.

Vorgestern Abend erreichten wir unsere Unterkunft in einer Seitenstraße. Ich werde wohl noch ein wenig dazulernen müssen, was das Buchen bei airbnb bedeutet. Ein ansprechendes Foto von der Unterbringung ist nicht genug, ich sollte auch darauf achten, in welcher Gegend die Unterbringung ist. Unser Gastgeber räumte seinen Parkplatz, damit wir unser Auto die nächsten Tage kostenfrei abstellen konnten, das ist nicht selbstverständlich. Nach der Einweisung machten wir uns auf den Weg, um ein Lokal für das Abendessen zu finden. Ein einigermaßen ansprechendes Lokal ist in der Nachbarschaft zu unserer Unterbringung eher selten. Wir waren wohl in einem Stadtteil mit hauptsächlich mexikanischer Bevölkerung, die wohl eher zu den weniger verdienenden gehörten. Ein Burger-Imbiss, der auch gleichzeitig mexikanische Gerichte anbot, musste fürs Abendessen reichen. Nach dem ausgedehnten Spaziergang dorthin und wieder zurück, war der Tag für uns vorbei. Nicht vergessen zu erwähnen sollte ich die starken Temperaturschwankungen. Wir kamen ja zuvor aus dem nicht so weit entfernten Silicon Valley, mit 107 °Fahrenheit (42 °C) und hier waren es mal gerade 62 °Fahrenheit (16 °C).

Am nächsten Morgen, also gestern, studierte Thomas den Wetterbericht, maximal 20 °C war die Voraussage. Wir besorgten uns erst einmal Busfahrkarten für die nächsten Tage (7 Tage = 40 $/Person) und fuhren ins Zentrum, fest davon überzeugt mit Cable Cars weiter zum Cable Car Museum zu gelangen. Weit gefehlt! Scheinbar endlos schien die Schlange an Personen, die für eine Fahrt mit diesem berühmten Fortbewegungsmittel anstanden. Also liefen wir zu Fuß entlang der Bahnstrecke, in der Hoffnung unterwegs zusteigen zu können. Wir liefen bergauf, bergab und erneut das Gleiche – fast an jeder Haltestation Warteschlagen. War an einer Haltestation mal keine Warteschlange, wussten wir auch bald, warum – die Bahn fuhr, voll besetzt an uns vorbei. Hier bestand wohl nie eine Chance.

Nach der Besichtigung des Cable Car Museums benutzen wir wieder unsere Füße um zur Fisherman’s Warf zu gelangen. Es war Wochenende, waren deshalb so viele Leute unterwegs? Die Robben an der Pier 37 gab es noch, doch ich hatte den Eindruck, dass es weniger waren als vor Jahren.

Nach diesem langen Fußmarsch mussten wir erst einmal was essen, der einfachheitshalber einen Burger. Der Preis erschreckte uns zuerst, doch die Burger waren riesig. Gut gesättigt fuhren wir mit dem Bus in die Unterkunft zurück, um uns eine Ruhepause zu gönnen.

Am Abend ging es dann warm angezogen ins berühmte Castroviertel. Sehr unterhaltsam und bunt oder sollte ich besser regenbogenfarbig sagen, was hier auf der Straße und in den Kneipen anzutreffen war. Und gegenüber unserem Stadtteil gab es hier schöne Häuser und saubere Straßen. Nach einer rasanten Busfahrt zurück lagen wir nach 23:00 Uhr im Bett.

Inzwischen sind wir wieder in unserer Unterbringung und es ist 23:30 Uhr. Von dem Workspace aus waren wir erst einmal nach Chinatown gelaufen und hatten dort im „House of Nanking“ lecker zu Mittag gegessen.

Danach fuhren wir mit dem Bus in Richtung Lombard Street. Leider sind wir am Fuß des Berges ausgestiegen und so ging es gut bergauf. Erst die Straße entlang, anschließend parallel zu den angelegten Haarnadelkurven die Treppen hinauf. Dabei fiel uns auf, dass hier jede Garageneinfahrt gegenüber der vorhergehenden mindesten ein Meter höher lag. Für die Autofahrer hat es nach wie vor einen enormen Reiz, diese Kurven der Lombard Street hinunterzufahren. Oben angekommen sahen wir, dass drei Straßen hier einmündeten und in allen stauten sich die Autos.

Hier hätten wir auch gut in eine Cable Car einsteigen können, sie waren an dieser Haltestelle nur halb besetzt, doch leider fuhren sie in die falsche Richtung. Wir wanderten also auf der anderen Seite des Berges die Lombard Street wieder hinunter, vorbei an einem gerade ausgebrannten Auto, um unten die Linie 28 zu erreichen.

Diese brachte uns zur Golden Gate Bridge. Leider lag die Brücke zum Teil im Nebel, doch aufs Wasser und z.B. nach Alcatraz konnte man gut schauen. Es waren trotz des kräftigen Winds einige Segelboote und Kite Surfer auf dem Wasser unterwegs. Wir wanderten mit vielen anderen bis zum 1. Brückenpfeiler und dann wieder zurück. Wir hatten mal wieder nur 16 °C und durch den Wind fühlte sich das noch kälter an.

Nun ging es mit dem Bus zurück zur Behausung, wir schleppten ja noch immer die Rucksäcke mit den MacBooks mit uns herum. Nach einer Pause machten wir uns erneut auf den Weg zur Fisherman’s Warf um bei „In-N-Out Burger“ Milchshakes zu genießen.

Von da aus ging es dann weiter Nach Down Town zum „The View“.  Eine im Marriot’s gelegen Bar im 39 Stockwerk. Leider war die eher kleine Bar sehr gut besucht und so genossen wir nur kurz den Blick über die Stadt. Der Nebel hatte sich immer noch nicht aufgelöst, dem entsprechend begrenzt war die Sicht.

Für den Heimweg bestellten wir uns einen Wagen bei Uber und nach 7 Minuten Wartezeit und weiteren 9 Minuten, waren wieder in unserem Zimmer. Wir freuten uns darüber, mal nicht über eine Stunde Fahrt in einem rappeligen Bus verbracht zu haben.

Und wieder einen Tag weiter. Nach dem Frühstück ging es dieses Mal Richtung Twin Peeks. Wir hatten wieder Hochnebel und kühle 15 °C. Am Fuß des Berges angekommen mussten wir unser Vorhaben auf den Berg zu gehen, erst einmal verschieben. Der Nebel kam zwar herunter, man konnte die Feuchte spüren, doch hat die Sicht auf die Stadt noch nicht freigegeben.

Nach einem Kaffee in einem nah gelegenen Starbucks fuhren wir zum Union Square. Ich wollte zwar zum Alamo Square, doch Thomas hat sich da wohl verhört oder spielte die Anziehung von Apple eine größere Rolle? Hier befand sich nämlich ein Apple Store in Form eines großer Glaskasten über zwei Stockwerke, der in der Front über beide Stockwerke geöffnet werden kann. Der Union Square selbst ist derzeit zu einer Hälfte eine riesige Baustelle, dies beeinflusste auch die andere Seite und lud nicht zum Verweilen ein.

Erneuter Versuch zum Alamo Square zu gelangen, doch dieses Mal sahen wir eine Gelegenheit, mit dem Cable Car zu fahren. Endlich mal nicht den Berg hinauf laufen, also hinein, vorbei am Cable Car Museum auf die andere Seite und wieder zurück.

Nach diesem tollen Erlebnis verspürten wir Hunger und fanden im am Union Square gelegenen Westfield San Francisco Center geeignete Restaurationen. So gestärkt sollte es nun endlich zum Alamo Square gehen, jetzt ließ aber der Bus auf sich warten. Irgendwelche Offiziellen wurden durch die Stadt gefahren und so lange war auf der Geary Street am Union Square kein Verkehr zugelassen. Als nach gefühlter sehr langer Zeit die Busse wieder fuhren, waren sie natürlich überfüllt, doch wir ergatterten einen Stehplatz. Anschließend hieß es wieder den Berg hinauf klettern und wie sollte es anders sein, auch der Alamo Square war eine Baustelle.

Nach dem es uns gelang über den Bauzaun hinweg ein paar Bilder über die Stadt zu machen, suchten wir uns eine Bushaltestelle, um erneut zum Twin Peeks zu gelangen. Thomas Tracker App sagte 39 Minuten, in Wirklichkeit brauchten wir aber mehr als eine Stunde bis zum Fuß des Berges. Nun begann der Aufstieg, natürlich ausgebaute Straßen für die Autos, doch für Fußgänger nur ein Trampelpfad daneben. Gut, das es hier so selten regnet. Oben angekommen war erneut Nebel über die Bucht hereingezogen und somit die Sicht stark eingeschränkt. Wir konnten nur spekulieren, wo die Golden Gate Bridge sein könnte, die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz dagegen war gut zu sehen.

Die Apps, die uns dieser Tage gute Dienste geleitstet hatten, wollten heute nicht so richtig funktionieren. Wir beschlossen somit nicht wieder den Berg hinunter zu laufen und erneut unten auf einen Bus in Richtung Unterbringung zu hoffen, sondern riefen uns gleich ein Uber Fahrzeug. So waren wir bereits 3 Minuten später auf dem Heimweg.

Am Mittwochmorgen wird die Straßenseite, an der wir unser Auto geparkt haben, gekehrt. Dazu müssen alle Autos verschwunden sein. Also hatten wir heute Morgen noch schnell unser Auto umgestellt. Der Erfolg: Wir haben ein Ticket über 105 $ erhalten, weil wir nur wenige Zentimeter über eine Begrenzungslinie in der Auffahrt eines Nachbarn standen, der gut noch mit einem Panzer in seine Garage hätte fahren können. Bei der Größe der Parkplätze hier, wären wir mit einem Smart besser dran.

Der nächste Tag begann, wie die anderen zuvor kalt und die Sonne versteckte sich hinter der Hochnebelschicht. Wir machten uns erst nach 9 Uhr auf den Weg, da wir ja für unseren Wagen einen Parkplatz finden mussten, der uns nicht wieder ein Ticket einbringt. Um diese Uhrzeit war es dann auch gar nicht so schwer, es gab eine ganze Menge freie Parkplätze und es war sogar ein Parkplatz dabei, in den unser gar nicht so großer SUV passte.

Nun begann wieder der Fußmarsch zur richtigen Buslinie, die uns zum Zoo von San Francisco brachte. Dort angekommen gingen wir in den Merchandise Shop. Ich hatte dort vor Jahren mal einen Teddybären mit Schnurrbart erstanden und hoffte erneut wieder einen zu finden. Doch leider waren Teddybären out, es gab dafür alles andere an Stofftieren. Die Wetterlage hatte sich immer noch nicht gebessert und somit hatten wir keine Lust darauf frierend durch den Zoo zu laufen.

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Wir fanden unweit entfernt eine Straßenbahn, die uns nach Down Town brachte und dort überlegten wir bei einem Kaffee von Starbucks, was wir heute noch so anfangen. Tatsächlich war inzwischen die Sonne herausgekommen und ich fühlte mich fast wie im April: Sonne da, Jacke aus, weil es sehr warm war; Sonne weg, Jacke an, weil es war mit dem Wind zusammen unangenehm kühl. Nachdem wir auch keine Lust verspürten, durch die noblen Läden von Dow Town zu stolpern, beschlossen wir, mit dem Bus zum Golden Gate Park zu fahren.

Thomas hatte inzwischen nachgelesen, dass es der größte Park in den USA ist, größer sogar als der Central Park in New York. Von unserer Bushaltestelle aus stiefelten wir einen Trampelpfad durch den Wald einen Hügel hinauf und überlegten uns dabei, ob so der ganze Park aus sieht. Doch es kam anders. Wir erreichten eine Straße und waren dann schon mitten im Park, der natürlich mit einigen Autostraßen durchzogen war. Wir besichtigten eine Halle mit tropischen Pflanzen,

bummelten durch Grünanlagen, fuhren in einer Kunsthalle mit dem Aufzug auf die Aussichtsplattform im neunten Stock.

Spazierten weiter, bis wir den botanischen Garten erreichten, und besichtigten diesen. Wir haben ganz sicher nur einen Bruchteil des Parks gesehen, doch für uns stand fest – wir hätten wirklich was verpasst, wenn wir nicht hierher gefahren wären.

Müde vom Herumwandern verließen wir das Parkgelände und versuchten hawaiianisches Essen. Thomas bestellte sich Lachs und ich mir Krabbenfleisch, beides auf Reis mit spezieller Soße und weiteren Zutaten. Auch dies hat sich gelohnt, es schmeckte uns sehr gut.

Wieder zurück schauten wir zuerst nach unserem Auto – juhu, dieses Mal kein Ticket. Nach der gewohnten Pause werden wir den Tag mit einem Besuch im Castroviertel beenden.

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