Der Abschied nach dem gemeinsamen Frühstück fiel uns nicht leicht. War uns am Abend zuvor die Besichtigung der „Library of Congress“ erneut ans Herz gelegt worden, wurde uns beim Verabschieden der Weg dahin noch einmal genau beschrieben. Wir hatten ausreichend Zeit, doch leider fanden wir keinen Parkplatz. Auf der Suche danach oder einem Parkhaus zogen wir immer größere Kreise um unser Ziel. Sollte uns eine Reise erneut hierher führen, ist die inoffizielle Nationalbibliothek der USA, die zu den wichtigsten Bibliotheken der Welt gehört ganz sich auf dem Programm.

Richmond ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Virginia in den Vereinigten Staaten und ist Sitz der Virginia Commonwealth University. Sie ist mit eine der ältesten großen Städte Amerikas. Patrick Henry, einer der Gründerväter der USA, verkündete 1755 an der St. John’s Church „Gebt mir Freiheit oder gebt mir den Tod“, was zum Ausbruch des Revolutionskrieges führte.

Auf unserer Fahrt nach Virginia Beach legten wir in Richmond eine Pause ein und bestiegen bei gefühlten 40 °C (33 °C) den Hügel auf dem das Capitol stand. Nach einer kurzen Rast in dem schön angelegten Park und Thomas Versuch, ein Squirrel zu sich zu locken, setzten wir unsere Fahrt fort. Ganz ohne Futter – den Vogel hätte ich ihm gezeigt, wenn ich an der Stelle des Eichhörnchens gewesen wäre.

Den Höhepunkt auf dem Weg nach Virgina, die Fahrt durch den Chesapeak Bay Tunnel, sind wir nicht gefahren, weil er auch mit einem Umweg uns nicht zu unserem Ziel geführt hätte. Doch die Fahrt von Phoebus (Hampton) nach Willoughby Spit (Norfolk) ist ebenfalls abwechslungsreich. Fährt man doch zuerst ein langes Stück über eine Brücke auf eine Insel, ein weiteres Teilstück durch einen Tunnel zu der nächsten Insel und den letzten Abschnitt dann wieder über eine Brücke.

„Barclay Cottage Bed and Breakfast“ erreichten wir am frühen Nachmittag. Das Haus ist mit viel Liebe und maritim eingerichtet. So wurde z.B. die kleine Küche mit dem Kühlschrank, Mikrowelle und einigem mehr als „Pantry“ bezeichnet. Auch die Gästezimmer trugen maritime Namen. Für den Besuch am Strand stellten und die Gastgeber Fahrräder, Strandstühle, Bodyboard uvm. zur Verfügung. Gleich nach dem Beziehen unseres Zimmer schwangen wir uns auf die Räder und fuhren zum Strand. Wir haben uns immer wieder in den Städten gewundert, dass die Radfahrer todesmutig über die Kreuzungen fahren. Nun stellten wir selbst fest, dass kein Auto für einen Radfahrer anhält, auch wenn er am Zebrastreifen steht. Fährt man einfach in die Kreuzung ein, verlangsamen die meisten ihre Fahrt, aber eben nicht alle! Rechtzeitig vor dem großen Regen, der hier wohl immer gegen 17:00 Uhr herunter kommt und eine knappe halbe Stunde anhält, schafften wir es zu unserer Unterbringung. Kurz vor dem dunkel werden zogen wir erneut los und aßen im „Hearth Wood Fired Cuisine & Craft Beer“ ganz lecker zu Abend. Unser Platz an der Theke vor der offenen Küche, ermöglichte uns, bei der Zubereitung der Speisen zuzusehen.

Am nächsten Tag ging es erneut zum Strand. Wir fuhren den langen Strand entlang, bis zu einen Ende der Promenade. Vorher war der Strand dicht gedrängt besucht. Tolle Dünung lud zum Schwimmen ein, doch die Temperatur des Atlantikwasser nicht. So stand ich eine ganze Weile nur bis zu den Knien im Wasser und wich der anrollenden Dünung aus. Plötzlich tauchte ungefähr zehn Meter von mir entfernt ein Delfin auf. Andere zeigten sich weiter entfernt. Ich war so fasziniert, dass ich gar nicht merkte, wie mir die Wellen den Sand unter den Füßen wegspülten. Ich schwamm in Richtung der Delfine, doch die waren längst weiter geschwommen. Ohne Schuhe an den Füßen konnte man den Rückweg zurück zu unseren Rädern nicht antreten, zu heiß war inzwischen der Sand geworden.

Am frühen Abend bummelten wir erneut die Strandpromenade entlang, zuerst wollten wir einen Milchshake und später etwas kleineres als Abendessen. Es war inzwischen dunkel, als wir den Boardwalk verließen. Auf dem Steg, der weit ins Wasser hinaus reichte konnte man selbst für einen Obolus die Angel ins Wasser halten. Sollte man eine Schildkröte herausholen, muss sie sofort zurück ins Wasser.

Wir haben hier nicht sehr viel unternommen, weil es oftmals draußen nicht auszuhalten war. Von der nahgelegenen Airbase flogen die angehenden Piloten mit ihren Jets über den Strand. Und das im Tiefflug, man konnte sich nur die Ohren zuhalten. Es gab auch Phasen der Ruhe, wahrscheinlich wenn die Flugzeuge aufgetankt werden mussten.

Unsere Route

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