Gestern nach einem angenehmen Frühstück am Pool verließen wir das Weingut Leeuwenhof und machten uns auf den Weg zum Karoo National Park Camp.

Die Karoo war einst das größte zusammenhängende Ökosystem Südafrikas. Große Herden von Wild sind hier dem spärlichen Regen nachgewandert. Durch die Farmwirtschaft – vorwiegend mit Schafen – und Umzäunung hat sich die Karroo stark verändert. Im Karoo Nationalpark wird ein landschaftlich besonders imposanter Teil in seiner Ursprünglichkeit bewahrt.

Wir steuerten auf der Fahrt dorthin jedoch erst einmal das Afrikaanse Taalmonument an. Auf der Plakette am Eingang zum Sprachendenkmal steht: „Afrikaans ist die Sprache, die Westeuropa und Afrika verbindet … Es bildet eine Brücke zwischen dem großen glänzenden Westen und dem magischen Afrika“. Das Sprachendenkmal von 1975 versucht, die Entstehung des Afrikaansen architektonisch nachzubilden.

Nächster Stopp um die Mittagszeit war Matjiesfontein. Ursprünglich gab es nur einen gottverlassenen Bahnhof an der Hauptstrecke von Johannesburg über Kimberley nach Kapstadt – gebaut für die Bauern der kargen Umgebung, die nur Schafzucht ermöglichte. Doch dann ließ sich 1876 James Douglas Logan hier nieder, der seit seiner Geburt an einer Lungenkrankheit litt, die hier geheilt wurde. Daraufhin entschloss er sich, Matjiesfontein zum Kur- und Ferienort auszubauen. Das Lord-Milner-Hotel wurde gebaut und beherbergte Prominente wie Cecil Rhodes, Edgar Wallace und Rudyard Kipling. 1970 wurde Matjiesfontein, das wie ein Museumsdorf wirkt, zum Nationaldenkmal erklärt.

Hatte ich schon erwähnt, dass hier in Südafrika Linksverkehr ist. Unser Leihwagen ist ein Toyota Corolla Stufenheck mit Schaltgetriebe und sechs Gängen. Was für eine Umstellung für uns. Das Steuer rechts, Blinker rechts und der Schaltknüppel links! Sind wir doch seit einigen Jahren Automatik verwöhnt und unsere eigenen Autos haben Extras, die hier fehlen. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h könnten wir einen Tempomaten gut gebrauchen. Doch hier fährt man wieder einmal viel entspannter als in Deutschland. An Kreuzungen ohne Schilder gilt „rechts vor links“. Ein Strich auf der Fahrbahn kommt einem Stoppschild gleich. Bei vielen Kreuzungen sind alle Straßen mit solchen Strichen gekennzeichnet. Hier fährt man in der Reihenfolge, in der die Kreuzung erreicht wurde. Möchte jemand überholen, fährt er dicht auf und der andere weicht nach links aus, wenn es sicher für ihn ist. Bedankt wird mit dem Warnblinker und der andere antwortet mit Lichthupe. Auch meine stotterige Fahrt am Anfang wurde toleriert und entweder man wich man mir großräumig aus oder wartete geduldig hinter mir.

Gegen 17 Uhr erreichten wir gestern unsere Unterbringung und kaum hatten wir das Tor zum Park passiert, sahen wir die ersten Antilopen (Red Hartebeest). Mit dem Bezug unserer Lodge, Abendessen, nächtlichem Spaziergang sowie einem Glas Pinotage auf unserer Terrasse endete der Tag.

Heute Morgen klingelte bereits um 05:20 Uhr der Wecker. Wir hatten uns zu einem Game Drive angemeldet = Pirschfahrt im offenen Gefährt (Jeep oder größer) = Fotosafari nenne ich es. Wir waren sechs Personen, mit uns noch zwei Niederländerinnen und der Guide mit seinem Assistenten. Hoch hinaus ging die Fahrt auf unbefestigter Straße und kühl war es auch, doch es hat sich gelohnt. Nicht erwartet hatte ich hier Strauße und eine Überraschung auch für den Guide war der Secretary Bird. Doch schaut euch die Bilder an, denn nicht alle Tiere kann ich bezeichnen. Der Park selbst hat seit 2010 auch Löwen, doch die bekamen wir nicht zu Gesicht.

Und hier noch eine kleine Anmerkung zu Baboons. Wir haben auf unserer Reise ganz selten Baboons = Paviane zu sehen bekommen und auch nur von Weitem. Doch wenn man mit den Einheimischen spricht, haben sie gewaltigen Respekt vor den Tieren. Sie sind organisiert und öffnen Türen und Fenster. Besonders im Großraum um Kapstadt wurden wir eindringlich vor den Tieren gewarnt. Nichts essen, wenn Paviane in der Nähe sind. Sollten sich Tiere nähern, liegt es daran, dass sie Lebensmittel riechen. Sie haben keinen Respekt vor den Menschen, weil sie gefüttert wurden. Aus ihrer Sicht ist der, der Futter abgibt rangniedriger. Mehr zum Schutz vor Baboons findet man auf dieser englischsprachigen Website.

Unsere Route:

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