Und schon wieder Regen. Sicherlich freuen sich die Einheimischen darüber, aber Regen, 19 °C, im Frühsommer am Uluru, ich hätte keinem Erzähler geglaubt. Also heute keine Unternehmungen mehr, sondern gleich zum Mietwagen abgeben usw. zum Flughafen. Um 12:30 Uhr bringt uns der Flieger zum Tor dieses Kontinents.

Sydney, die Hauptstadt des Staates New South Wales, ist eine der größten Städte Australiens. Berühmt von ihr ist die Harbour Bridge und das am Wasser gelegene Opernhaus mit seiner segelartigen Bauform. Der ausgedehnte Darling Harbour und der kleinere Hafen Circular Quay sind Zentren des urbanen Lebens am Wasser. Unweit von hier befindet sich der renommierte Royal Botanic Garden.

Viel zu früh am Flughafen war es nicht schwer, einen der spärlichen Sitzplätze in der Abfertigungshalle zu bekommen. Ursprünglich wollte ich mir noch eine Flasche Wasser nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse besorgen, doch Geschäfte gab es hier nicht. Unsere Sitzplätze waren direkt den Check-in-Schaltern gegenüber. Von denen aus sahen wir links die Sicherheitskontrolle und rechts konnten wir das einzige Band der Gepäckausgabe überwachen. Um so erstaunlicher die Massen an Menschen, die die Halle füllten, wenn ein Flugzeug ankam oder kurz bevor das Boarding für unsere Maschine begann. Klar, dass es hier kein Gate gab, über einen gekennzeichneten Weg ging es hinaus aufs Flugfeld. Inzwischen hatte, von uns unbemerkt, der Regen aufgehört und es waren wieder 38 °C bei strahlendem Sonnenschein. Wir beeilten uns, unsere Maschine zu erreichen.

Nach einer Flugdauer von knapp drei Stunden und -10 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland landeten wir in Sydney. Während ich noch auf unser Gepäck wartete, hatte Thomas schon die OPAL-Karten für den öffentlichen Nahverkehr in der Metropole besorgt. Wieder eine Stunde später betraten wir unser Hotel „Medusa“ im Stadtteil Darlinghurst. Dieses Hotel hatte vor Jahren wohl mal eine Design-Auszeichnung erhalten, doch besonders außen war zu sehen, dass am Gebäude schon lange nichts mehr gemacht worden war. Unser Zimmer roch beim Betreten muffig.

Im Nachherein muss ich Thomas recht geben, dass diese Bewertung auf Grund meiner Erkrankung zu negativ ausfiel. Denn schon bald gefiel mir unser Zimmer immer besser. Die durchdachte Ausstattung des Raumes beeindruckte mich. Wir gönnten uns eine kleine Pause und „stürmten“ dann zum Hafen. Inzwischen war es draußen dunkel und wir genossen das Lichtermeer zwischen Circular Quay, Hafenbrücke und Oper.

Am nächsten Tag ging es nachmittags wieder zum Hafen, natürlich unter Ausnutzung von Bus und Bahn. Der Fußweg dorthin hat es doch in sich. Sydney erinnerte mich immer wieder an San Francisco und das nicht nur wegen des Auf und Ab der Straßen. Thomas wollte sich die Rocks ansehen, jene Stelle von der für Sydney alles begann. Am 26. Januar 1788 verließen etwa 800 Sträflinge sowie rund 500 Seeleute und Soldaten in der Nähe des heutigen Circular Quay die Schiffe. Der 26. Januar ist seither Australiens Nationalfeiertag. Per Zufall entdeckten wir einen Aufzug, der uns auf einen der langen Ausläufer der Hafenbrücke brachte. Und schon waren wir auf dem Weg über die Brücke. Nein, nicht ganz oben, sondern neben achtspuriger Straße und mehreren Gleisen für die (Vorstadt-)Züge. Der Weg über die Brücke ist keineswegs beschwerlich. Für den tollen Ausblick auf den Hafen und die angrenzenden Bereiche würde ich ihn immer wieder machen. Auf der anderen Seite brachte uns erneut ein Aufzug nach unten und mit der Fähre ging es wieder zurück zum Circular Quay.

Zuvor hatten wir von 09:00 bis 13:45 Uhr im St. Vincent Krankenhaus verbracht, da trotz der Medikamente bei mir keine Genesung zu erkennen war. Nach mehreren Untersuchungen und Beratungszeiten der Ärzte wurde uns dann eröffnet, dass sich aus der Bronchitis im rechten Bereich der Lunge eine Entzündung entwickelt hat. Diese wurde jetzt mit neuen Medikamenten bekämpft und schon zwei Tage später zeigte sich eine deutliche Verbesserung an.

Ein Tag weiter stand unsere Besichtigungstour im Zeichen Naherholungsgebiete im Zentrum der Stadt. Zuerst ging es zum Hyde-Park. Dort nahmen wir zufällig während der Besichtigung des Bauwerks zum Gedenken an den 1. Weltkrieg an einer Gedenkzeremonie teil. Dann ging es hinüber zum Royal Botanic Gardens, der mich schon 2000 begeistert hatte. Hier fiel mir dann auf, wie stark die Stadt in den 18 Jahren gewachsen ist. Hier im Innenbereich natürlich hauptsächlich in die Höhe. Die damaligen Hochhäuser wirken winzig gegenüber den neuen, die dahinter in den Himmel gewachsen sind und auch noch wachsen. Als Nächstes stand die Umrundung der Oper und Beobachtung des Treibens am Circular Quay auf dem Programm. Das war’s für heute – nein nicht ganz – Queen Victoria Building (QVB), davon habe ich Thomas immer wieder vorgeschwärmt.
Dazu schreibt Wikipedia: Das geschichtlich und architektonisch beeindruckende Queen Victoria Building nimmt einen ganzen Häuserblock auf der George Street in Sydney ein. Es beherbergt mehr als 180 der exquisitesten Modeboutiquen, Juweliergeschäfte und Haushaltswarengeschäfte Sydneys, ergänzt durch einladende Cafés und Restaurants.
Das imposante Gebäude, das um 1890 herum erbaut wurde, diente zunächst als Markthalle von der Größe einer Kathedrale. 1986 wurde das QVB nach einer gelungenen Restaurierung wiedereröffnet und entwickelte sich schnell zum beliebtesten und exklusivsten Einkaufszentrum Sydneys. Imposanter Mittelpunkt des Gebäudes ist die mächtige Kuppel in der Mitte, die in der Weihnachtszeit ein riesiger Weihnachtsbaum schmückt. Ein Muss für alle Touristen. Die wunderschönen Buntglasfenster und die herrliche Architektur sind im gesamten Gebäude zu bewundern. Direkt neben der Kuppel befindet sich ein Originaltreppenhaus aus dem 19. Jahrhundert.

Mit der Fähre ging es am nächsten Vormittag nach Manly Beach. Für heute hatten wir uns ein paar Buchten/Strände von Sydney vorgenommen. In der Nacht zuvor hatte es geregnet und zu Beginn unserer Bootsfahrt war es bedeckt, 21 °C und windig. Auf der Fahrt nach Manly Beach kam die Sonne raus und bescherte uns am Strand bereits 33 °C. Nach einer Pause am Strand, einem Flat White im „Hemingway“ ging es mit einer Kat-Fähre weiter zur Watson Bay. Wir waren überrascht, dass die große Fähre an dem doch eher kleinen Steg festmachte. Die von Tauchschulen sehr beliebte Bucht bietet keinen besondern Sandstrand. Dafür gibt es einen schönen Wanderweg am Wasser entlang. Unser letztes Ziel erreichten wir mit dem Bus. Den Traumstrand von Bondi Beach können Bilder besser beschreiben.

Den Abend und damit auch den Aufenthalt in Sydney beendeten wir mit einem Zug durch die Kneipen auf der Oxford Street. Ja, es geht mir gesundheitlich wieder besser.

Unsere Route

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