Wieder sitzen wir ob auf der überdachten Dachterrasse unseres Hotels. Die Strapazen des Fluges, wenn man überhaupt von solchen sprechen kann, sind längst vergessen.

Doch komm ich trotzdem erst noch mal zurück zur Anreise.
Der zweite Teil dauert deutlich länger als der Flug nach Dohar. Doch beide Flüge waren bei Qatar-Air gebucht, und obwohl wir die „Holzklasse“ flogen, war alles gut. Ausreichend Beinfreiheit und auch sonst indem fast vollen Flugzeug wenig wirklich Störendes und stellten wir am Ende der Flüge fest, dass wir doch einige Stunden geschlafen haben. Siebzehn Stunden hatte das Ganze mit Zwischenaufenthalt von drei Stunden gedauert. Nicht gerade wünschenswert aber irgendeiner muss ja der Letzte sein, der seinen Koffer erhält. Vieles geht einem dabei durch den Kopf, doch ist alles schnell vergessen, wenn der Koffer auftaucht. Lustig auch die Glückwünsche der Mitreisenden, die auch zu denen gehörten, die sehr lange auf ihr Gepäckstück warteten.

Hier in Denpasar war es inzwischen schon 21:00 Uhr Ortszeit und der Fahrer, der uns von unserem Hotel abholte, hatte eine Strecke von ca. 32 km vor sich, zu unserer Unterbringung, dem Roam in Ubud. Die Verkehrssituation erinnerte mich an Indien, Linksverkehr und Motoroller (Scooter) und Mopeds überall. Manche fuhren sogar ohne Licht und es sah nicht so aus, als wenn der Ausfall gerade erst passiert wäre. Immer wieder verwunderlich ist, dass wirklich so wenig passiert. Es war somit schon nach 22.00 Uhr, als wir unser Ziel erreichten. Nach dem Einschecken und einer Kurzunterweisung, wo wir was finden, fielen wir todmüde ins Bett und standen auch erst am nächsten Tag nach 10 Uhr wieder auf.

Bevor ich weiter berichte, muss ich etwas erklären. Dieser Urlaub unterscheidet sich von den anderen insoweit, dass wir ein Hotel gewählt haben, dass gleichzeitig auch coworking space anbietet. Ja wir wollen in Urlaub auch ein wenig arbeiten. Das passierte auch während der anderen Reisen, weil sich unsere Arbeit nicht so einfach abschalten lässt. Dieses Hotel hat Thomas gefallen, weil es oben eine riesige Dachterrasse hat. Auf der einen Seite ist einen Yoga Dojo, auf der anderen Seite ein Café und daran schließt der coworking space an. Hier sind Tische aufgestellt, die in der Mitte alles bieten, was man für die Arbeit am PC braucht. Zusätzlich gibt es Entspannungsbereiche und auch die Möglichkeit sich einfach nur zu unterhalten.

Wir haben dies vor zwei Jahren intensiv auf Gran Canaria und in Tarifa in Spanien kennengelernt. Damals träumten wir ein wenig davon, irgendwann zu den digitalen Nomaden zu gehören. Doch die Erfahrungen in Spanien und die weiteren Beobachtungen der Szene haben für uns gezeigt, dass wir besser so weitermachen wie bisher. Möglichst viel reisen und dabei auch die Arbeit mitnehmen. Sicher sagt der eine oder andere jetzt, das ist doch kein Urlaub – doch für uns schon. Wir lieben unsere Arbeit, ermöglicht sie uns doch so längere Aufenthalte an Orten, die wir immer schon mal besuchen wollten.

Also hier ist es so geplant, den Urlaub zu genießen, solange zu Hause noch die arbeitende Bevölkerung seinen Feierabend genießt oder schläft und dann im Internet anwesend zu sein, wenn mit Arbeit aus Deutschland zu rechnen ist. Durch die Zeitverschiebung von sieben Stunden haben wir somit bis circa 16:00 Uhr frei und müssen dann immer wieder mit Arbeit rechnen. Mehr Erklärendes ergibt sich sicherlich im folgenden Bericht. Hier in Ubud ist immer noch einen der ersten coworking space mit dem Namen Hubud.

Zu unserer Unterbringung hier gehört auch eine Gemeinschaftsküche, ein Pool ist auch da. Nach dem Frühstück, wir hatten uns Müsli von Zuhause mitgebracht, wollten wir in dem benachbarten Café einen Kaffee trinken, doch mein Milchkaffee schmeckte so fürchterlich, dass ich beschloss, hier in Bali keinen Kaffee mehr anzurühren.

Im Anschluss daran machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu einem nah gelegenen Tempel. Das erste Stück entlang der Straße ohne Bürgersteig, hupende Autos in der engen Straße, die offensichtlich uns hier nicht haben wollten, ließ uns überlegen, ob wir nicht doch uns einen Scooter mieten. Tapfer kämpften wir uns durch bis zu dem buddhistischen Tempel, zurück nahmen wir uns ein Taxi. Den Nachmittag verbrachten wir dann auf dem Dach unseres Hotels und nur für das Abendessen machten wir uns noch einmal auf den Weg entlang der Straße zu einem einheimischen Restaurant, die sich selbst gerne als Warungs bezeichen.
Laut Wikipedia ist ein Warung (indonesisch Lädchen) ein kleiner Straßenverkaufsstand für Nahrungsmittel auf Rädern. Er ist mit einer kleinen Kochstelle und einer Verkaufstheke ausgestattet. Warungs sind in Südost-Asien weit verbreitet und dienen der Versorgung der Bevölkerung auf der Straße mit Nahrungsmitteln. Verkauft werden häufig gebratener Reis (Nasi Goreng), gebratene Nudeln (Bami Goreng), gebratenes Hähnchen (Bami Ayam) und Fleischspieße (Satay).
Wir haben dort sehr gut gegessen und uns auch gleich einmal an das heimische Bier gewöhnt.

Zurück in unserer Unterbringung haben wir noch mit anderen Nutzern des coworking space zusammengesessen und ein jeder hat ein wenig von seiner Arbeit berichtet. Als Beispiel möchte ich hier Alexandre aus Paris erwähnen, selbstständig, der hier seine viermonatige Weltreise beendet. Am Montag geht es wieder zurück nach Paris zur Familie und zu Freunden. Auf die Frage, wann er wieder loszieht, schmunzelte er nur und zuckte mit den Schultern. Mit Station wie L.A., Sydney, Tokio, Hongkong, Kuala Lumpur, Singapore hatte er doch einiges zu erzählen. Und schon bin ich mittendrin, in dem was Thomas so zu den digitalen Nomaden hinzieht. Die gemeinsame Liebe zum Reisen, zu hören, womit ein jeder sein Geld verdient und den Austausch der Erfahrungen an den vielen Orten auf der Welt. Und wieder soll ich hier unterbrechen, denn es ist Zeit Essen zu gehen. Bisher fiel noch kein Regen, solange wir hier sind, doch nun sieht es ganz danach aus…..

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